Weihnachten – schön war’s! und jetzt?

Weihnachten hat auch dieses Jahr stattgefunden. Wir haben uns angepasst und gefeiert, so gut es eben ging. Doch was jetzt? Hat sich irgendetwas verändert? Erwarten wir überhaupt noch, dass sich an Weihnachten etwas verändert? Haben wir überhaupt noch eine lebendige Sehnsucht, die wir mit diesem jährlich wiederkehrenden Fest verbinden? Oder haben auch wir schon längst aufgehört, von Gott noch etwas zu erwarten?

Bedeuten die Worte der Heiligen Schrift noch etwas für uns, oder sind sie nur noch fromme Folklore? Wie klingt das „fürchtet euch nicht!“ in unser Leben, und das „heute ist euch der Retter geboren“? Und was bedeuten für uns die Worte vom Licht im Dunkel, vom zerbrochenen Joch und dem Stock des Treibers? Hat sich denn tatsächlich je etwas verändert in den letzten 2000 Jahren? Die Welt scheint dunkler denn je und drückende Joche gibt es noch immer überall. Hat man uns also zu viel versprochen?

Christus hat keine Herrscher vom Thron gestürzt und auch keine Revolutionen angezettelt. Er hat die äusseren Joche unserer Welt nicht zerbrochen. Aber er ist gekommen, um uns von den inneren Jochen zu befreien, den erdrückenden Idealen, Vorstellungen und Imperativen, die unser Leben bestimmen und nicht selten zur Hölle machen. Er ist gekommen, um zu zeigen, dass nicht Besitz, Ehre und Leistung den Menschen ausmachen, sondern die Liebe, das geliebt Werden in den Augen eines anderen. Jesus ist Mensch geworden, um uns das liebende Antlitz Gottes zu zeigen und uns von falschen Gottesbildern zu befreien. Ja, „niemand hat Gott je gesehen“, doch er, „der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht“ (Joh 1,18).

Die Menschwerdung von Jesus Christus ist Ausdruck von Gottes Sehnsucht nach Begegnung und Beziehung mit uns Menschen. Er möchte uns befreien von der Angst und uns Leben in Freiheit und Fülle ermöglichen. Die verwandelnde und befreiende Kraft von Weihnachten beginnt in jedem einzelnen von uns.
Da, wo ich berührt werde vom Blick des Kindes in der Krippe,
da wo ich zu ahnen beginne, dass ich persönlich gemeint bin, dass ich wertvoll und geliebt bin, bevor ich irgendetwas leiste,
da wo ich mich befreien lassen vom Joch meiner Selbstbezogenheit und fremder Erwartungen,
da beginnt sich auch die Welt um mich herum zu verändern.
Und da wo ich unter dem liebenden Blick Gottes Versöhnung und Frieden finde mit meinen eigenen Verletzungen, Schwächen und Brüchen, wird auch die Welt um mich herum ein Stück versöhnlicher und friedvoller werden.

Lassen wir uns von diesem Gott berühren, der uns aus der Krippe durch die Augen eines Kindes anschaut, um uns von jeder Angst zu befreien. Und wer weiss, vielleicht ändert sich ja doch etwas, in uns und durch uns auch für die Welt. Denn für Gott ist nichts unmöglich!

Bild: Krippe in der St. Marien Kirche Basel, 2019

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